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sattelkammerchor

2010, Rundeisen, Beton, Keramik, 6-flammig, 620 x 165 x 70 cm

Die Ausstellung im quartier 21 zeigt ein an der Decke montiertes mehrteiliges Metallobjekt von Johannes Heuer. „Ein Beleuchtungskörper, sich selbst bespiegelnd“, rezitiert Heuer über seine Installation und so auch der erste Eindruck beim Betreten des Raumes.
Der Künstler, dessen Werk ein sehr breitgefächertes ist, präsentiert den Konstrukteur, den Perfektionisten, der bis zuletzt am Arbeitsstück feilt und überlegt. Einer, den das Maschinelle und Energiegeladene herausfordert, jedoch steht hier das Funktionale nicht im Mittelpunkt, es ist eher die Anmut und der Reiz, etwas beinahe Vollkommenes vor der Fertigstellung im Bereich des Kippens sich selbst zu überlassen und es so verweilen zu sehen. Sämtliche Strenge verweigert er dem Objekt, das an einem Punkt zur Balance gezwungen wird und in seiner barocken Üppigkeit fragile Zerbrechlichkeit demonstriert. Ein im Raum schwebendes metalloides Lichtschiff, das mit sachten Bewegungen drahtwollverschattende Lichtreflexionen auslöst und amorphe, kryptische Zeichen an die Wände projeziert. Es stellt für mich kein Lichtobjekt im herkömmlichen Sinn dar und es auf ein solches zu reduzieren würde bedeuten, die eigentliche Lichtquelle und Magie, von der es gespeist wird, nicht wahrzunehmen. Johannes Heuer bindet Raum und Lichtschiff in eine imaginäre Sattelkammer verborgener Wünsche ein, das die Installation zur eigenen Vision verschmelzen lässt. Kühne Präsentation eines raumfüllenden Objekts ohne Aufdringlichkeit, das im Stillen dominiert.
A. Graselli

Manual zum Objekt

Sattelkammerchor, 2010

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